Neugestaltung der Innenstadt, Freising
Freisinger Stadtboden
Bauherr | Stadt Freising |
Fläche | 3,4 ha |
Wettbewerb | 1. Preis |
Projektteam | Oliver Alten, Jonathan Pilz, Uwe Großkopf, Anette Sawczyn |
Fertigstellung | 2023 |
Standort/Google-Maps | 85354 Freising |
Freising teilt das Schicksal vieler deutscher Städte, deren Schönheit dem wachsenden Verkehr zum Opfer fiel. Die sechs prägenden Stadttore wurden bis Ende des 19. Jahrhunderts abgerissen, um Verkehrsmassen ungehindert durchzulassen. Dies beeinträchtigt die Aufenthaltsqualität erheblich. Die groben Straßenbeläge der 1980er Jahre laden kaum zum Flanieren ein, und die Stadtmoosach wurde überdeckelt.
Für die Neugestaltung der Oberen und Unteren Hauptstraße wurde ein Konzept zur Harmonisierung empfohlen. Zwei bis drei Meter breite Flanierstreifen aus gestockten Natursteinplatten entlang der Gebäude ermöglichen den ungehinderten, barrierefreien Fußgängerverkehr. Die befahrbare Fläche erhält gesägte Granitpflastersteine und wird von Anlieferfahrzeugen, öffentlichen Verkehrsmitteln und Radfahrern geteilt.
Der Marienplatz verbindet als Herzstück die Hauptstraßen und zieht sich bis zum Asamgebäude. Die barocke Mariensäule und der Marktbrunnen dienen als zentrale Elemente für den Wochenmarkt.
Ein wichtiger Aspekt ist die Öffnung der Stadtmoosach. Über Sitzstufen gelangen Flaneure direkt zum Wasser, während Geländer für Sicherheit sorgen.
Die Beleuchtung erfolgt durch moderne runde Pendelleuchten mit warmweißem Licht. Schlichtes, einheitliches Stadtmobiliar harmonisiert das Erscheinungsbild. Fünf Gleditschien entlang der Stadtmoosach setzen dezente grüne Akzente.
Das Gesamtkonzept schafft facettenreiche Erlebnisräume und steigert die Attraktivität der Stadt insbesondere für Fußgänger.
Die Moosachöffnung
Menschen lieben Wasser, dessen Rauschen sie aus dem Alltagsgeschehen herausreißt. Die Stadtmoosach wurde geöffnet. Damit der Bach hautnah zu spüren ist, gelangt der Stadtflaneur von der Ladenzeile aus über Sitzstufen direkt zum Wasser.